Final Fantasy XV PS4 Test

Final Fantasy ist wohl neben Pokémon die erfolgreichste JRPG-Reihe aller Zeiten und ist nach fast 25 Jahren mit dem 15. Teil erfolgreicher denn je. Auch wenn die Reihe mittlerweile auch bei langjährigen Fans nicht mehr so hoch gelobt wird, erfindet sie sich stehts neu und behält sich den Charme alter Teile bei. Und auch ich hatte nach dem rauen Beigeschmack von Teil 13 so meine Zweifel. Doch ich wurde am Ende mehr als überrascht. Reiten auf Chocobos, ein sphärobrett-ähnliches Skillsystem und überdimensionale Beschwörungen sind nur ein kleiner Teil der Dinge, die mich von dem Spiel als Teil der Final Fantasy Reihe überzeugt haben. Doch am Ende war es die grandiose Story über Krieg, Freundschaft und die Liebe, die mich am Ball gehalten und in den Bann gezogen haben. Dabei sind es vor allem die 4 Jungs Noctis, Ignis, Prompto und Gladiolus, die das richtige Feeling rüber bringen. Es macht einfach Spaß ihnen zuzusehen, ihre Gespräche anzuhören oder mit ihnen durch die Gegend zu cruisen im schnittigen Regalia. Auch wenn sie eher wie eine oberflächliche Boygroup wirken, entwickelt sich die Geschichte bis zum Ende dramatisch und die Charaktere sind sehr glaubhaft. Und es sieht dabei so gut aus. Auch wenn ich mir mehr Cinematic Cutscenes gewünscht hätte, wie in den alten Teilen, so sieht die Welt immerhin super schön und sehr lebendig aus mit der vielseitigen Tierwelt. Und jedes Mal, wenn ich eine Beschwörung sehe, muss ich einfach die Luft einziehen und kurz den Atem anhalten. Auch von der Musik her bin ich sehr angetan. Klassisch epische Orchester, gemixt mit den typischen rockigen Einlagen während eines Kampfes. Eben wie ich es von einem Final Fantasy erwarte. Und das Allerbeste: Das Ganze auch noch in 4 verschiedenen Synchros und zum erstem Mal darunter auch die deutsche Sprachausgabe, die tatsächlich ganz ok ist. Was etwas gewöhnungsbedürftig ist, ist das actionbasierte Kampfsystem mit dem ich mich am Anfang etwas schwer getan habe. Als alter Active Time Battle Veteran bin ich das schnelle Ausweichen und Agieren nicht gewöhnt. Mit etwas Übung jedoch, bekommt man auch das hin. Dazu gibt es noch jede Menge Dinge zu erledigen neben der Hauptmission. Diese sind aber eher langweiliger Standard à la „Hole Item X von Ort X“ oder „Töte Summe X vom Monster X“. Jedoch ist es das erste Final Fantasy in dieser Form und ich hoffe einfach, dass man in künftigen Teilen diesen Part verbessert. Was mir auch aufgefallen ist, ist die verzögerte Reaktionszeit beim Interagieren mit Gegenständen. Ich muss bevor ich etwas aktivieren oder aufnehmen möchte immer kurz warten, was den Spielfluss etwas hemmt. Was mir auch etwas den Spielspaß genommen hat, waren die langen Ladezeiten und das eintönige Fahren mit dem Regalia. Viel steuern kann man da nämlich nicht und bei sehr langen Strecken ist es einfach nur ermüdend. Da finde ich den Ritt auf einem Chocobo viel lustiger. Aber im Ganzen wurden meine Erwartungen übertroffen und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Auch wenn es nie mehr das Final Fantasy von früher werden wird, so ist es ein Final Fantasy, das sich der Gegenwart angepasst hat und Platz schafft für eine neue Generation. Und für mich persönlich auch mein Spiel des Jahres.

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