Die Säulen der Erde Buch 1 PC Test

Mit ihrem neuen Spiel „Die Säulen der Erde“ wagt sich Daedelic in literarisches Hochglanz-Territorium. Ich kenne kaum einen, der den 1000+ Seiten Roman nicht gelesen, oder zumindest den Film geguckt hat. Daher war ich gespannt, wie nah das Adventure am Buch ist und wie die tiefgründige Atmospäre dargestellt und die Charaktere ausgearbeitet sind. Und ich war mehr als überrascht. Man merkt dem Spiel sofort an, dass sehr viel Liebe und vor allem auch Budget hier reingeflossen sind. Handbemalte Hintergründe, wunderschöne Chorgesänge und eine sehr überzeugende Synchronisation haben bei mir echt Eindruck hinterlassen. Dabei wurde der Zeitgeist des 12. Jahrhunderts visuell sehr gut eingefangen. Vor allem die englische Synchro war für mich ausschlaggebend für ein positives Spielgefühl, denn wenn die Handlung schon im tiefen Mittelalter spielt, dann kann die Sprache schon etwas derber und ruppiger sein mit etwas Angelsachsen-Charme. Zwar wird das Meistermerk Ken Follets gut in Szene gesetzt, aber spielerisch fand ich es etwas schwach. Leider sind die Rätsel nicht sehr fordern und das kleine Geschicklichkeitsspiel wird schnell eintönig. Klar liegt der Fokus eher auf der Geschichte, aber ich hätte mir mehr Point & Click gewünscht, denn aktuell erinnert es vom Schwierigkeitsgrad eher den TellTale Games, nur ohne Quick Time Events. Dennoch tut es dem Spiel keinen Abbruch, denn wer sich lieber, wie in einem Buch, in der Geschichte verliert, der sollte unbedingt reinschauen.

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