057 [Buchtipp] Gregory Maguire: Wicked – Die Hexen von Oz

Hallo und herzlich Willkommen zur 57. Folge meines Podcasts von Literaturschock, in der ich dir “Wicked – Die Hexen von Oz” von Gregory Maguire vorstelle.

Gregory Maguire - Wicked. Die Hexen von Oz
530 Seiten
ET 2008 bei Klett Cotta
ISBN: 978-3608938111

“Wicked – Die Hexen von Oz” von Gregory Maguire

Elphaba ist kein Kind wie alle anderen, denn sie kommt mit grüner Haut und Haifischzähnen auf die Welt. Das grüne Mädchen hat es deshalb natürlich nicht leicht. Die Mutter Melena ist den Männern nicht abgeneigt und lässt es sich gutgehen, während ihr Vater, der Prediger Frex, missionierend in der Weltgeschichte herumzieht. So wächst Elphie als Außenseiter auf und lernt schon früh, sich durchzusetzen. Doch nicht nur eine gewisse Halsstarrigkeit zeichnet sie aus, sondern vielmehr ihr Sinn für Gerechtigkeit.

Elphaba muss nicht nur miterleben, wie die Armeen des Zauberers von Oz das Volk der Quadlinger auslöscht, sondern auch, wie sich seine Maßnahmen gegen die TIERE richten. TIERE sind im Buch großgeschrieben und – im Gegensatz zu den normal geschriebenen Tieren – mit so viel (oder so wenig) mit Intelligenz ausgestattet wie die Menschen und können darüber hinaus noch genauso kommunizieren. Doch der Zauberer von Oz beschränkt nach und nach die Rechte der TIERE, degradiert sie zu gewöhnlichen Tieren. Ein Zustand, der für Elphaba nicht akzeptabel ist und so beginnt sie einen aussichtslosen Kampf.

“Wicked” inspirierte zu dem gleichnamigen Broadway-Musical, das derzeit auch sehr erfolgreich in Stuttgart vorgeführt wurde. Gegory Maguire ist ein Buch gelungen, das allem kindlichen Anschein zum Trotz auf ein erwachsenes Zielpublikum ausgerichtet ist. “Wicked” ist trotz einiger humorvoller Dialoge und Szenen ganz und gar kein lustiges Buch. Vielmehr regt es tausendfach zum Nachdenken an, bestürzt und erinnert uns an die deutsche Vergangenheit. Das Oz von Maguire ist ein militärisches Oz, in dem alles “Andere” ausgeschaltet werden soll. Elphaba, die Widerstandskämpferin, wird zur unbequemen “Bösen Hexe des Westens”, wünscht sich aber nichts sehnlicher als eine Seele – oder zumindest den Glauben daran.

Kein leichter Stoff, der zwischendurch auch ein paar Längen hat. Manch’ Frage lässt der Autor unbeantwortet, aber das stört nicht. Die Protagonisten überzeugen nicht durch ihre charakterliche Tiefe, sondern vielmehr durch die philosophischen Dialoge über Recht und Unrecht, Gut und Böse und das zentrale Thema Religion.

Maguire bedient sich keiner simplen Sprache, sondern schreibt so, dass wir ständig aufmerksam bleiben müssen, um nichts zu verpassen. Ich hoffe die Fortsetzung, “Son of a Witch”, wird ebenso meisterhaft ins Deutsche übersetzt, wie diese Ausgabe des Klett Cotta Verlages.

Fans witziger und leichter Fantasyabenteuer werden das Buch nach einigen Seiten enttäuscht auf die Seite legen. Leserinnen mit etwas längerem Atem und der Geduld, einer zynischen, düsteren Geschichte die Zeit zu geben sich zu entwickeln werden ihr Lesevergnügen haben. “Wicked” ist sicher ein Buch, das nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Und es ist eines meiner Lieblingsbücher.

“Wicked” erschien 2008 bei Klett Cotta. Es ist leider nur noch gebraucht erhältlich.

Und nun noch ein Hinweis in eigener Sache: Dieser Podcast wird ab sofort nur noch einmal pro Woche sonntags erscheinen. Zur Zeit plane ich eine neue Show und ich kann dir versprechen, dass sie der Knaller wird.

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Shownotes

Bis dann. Viel Spaß beim Nächte durchlesen!
Deine Suse von Literaturschock

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